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WAZ: Ein Urteil, das wehtut. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Es ist wieder mal ein spektakuläres Urteil, das vom Landessozialgericht NRW gesprochen wurde: Das Jobcenter muss einem Hartz-IV-Bezieher die jährliche Reise nach Indonesien finanzieren, damit die Vater-Sohn-Beziehung nicht kaputtgeht. Eine Arbeiterfamilie, die sich kaum eine Reise nach Holland leisten kann, wird da schwer schlucken. Dass Jobcenter in der Pflicht sind, sogar die finanziellen Konsequenzen eines privaten Familiendesasters zu tragen - natürlich wirkt es auf diejenigen, die mit jedem Euro rechnen müssen, unerträglich ungerecht. Doch aus der Sicht des Kindes ist es auch unerträglich ungerecht, allein aus finanziellen Gründen keinen Umgang zum Vater zu haben. Zumal jener Umgang sein gutes - von den Vereinten Nationen verbrieftes - Recht ist. Der Sozialstaat muss dieses Recht gewährleisten, trotz aller Klagen der Jobcenter. Der Einzelfall zeigt: Das kann teuer werden. Und das tut weh.

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