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WAZ: Eine riskante Rosskur - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Die Barmer streicht Tausende Stellen, macht jede zweite Filiale dicht - und verspricht eine noch bessere Beratung. Mit einer solch kreisrunden Quadratur kaschieren Manager gern ihre Kürzungsprogramme. Mehr Qualität durch weniger Mitarbeiter - das ist auch für die Beschäftigten schwer verdaulich. Doch bei allem Ärger - selbst das halbierte Filialnetz der Barmer wird noch größer sein als das der großen Konkurrentin TK. Mit der kämpft die Barmer GEK um die Marktführerschaft in Deutschland. Insofern ist es nachvollziehbar, sich an den deutlich geringeren Verwaltungskosten der TK zu orientieren.

Die Barmer hat wie viele andere Kassen Angst davor, im Rennen um den niedrigsten Beitragssatz, das 2015 neu gestartet wird, hinten zu liegen. Dahinter steckt die Sorge, massenhaft Mitglieder zu verlieren, wenn die Konkurrenz günstiger ist. Allerdings haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass ein zusätzlich erhobener Euro-Betrag deutlich abschreckender ist als ein paar Zehntelprozente auf dem Lohnzettel. Warum auch immer. Und die Barmer sollte nicht unterschätzen, dass es gerade älteren Menschen mitunter wichtiger ist, gut beraten und behandelt zu werden. Womöglich verprellt sie mit ihrer Rosskur mehr Mitglieder als durch höhere Beiträge.

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