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WAZ: Kann Magath gehen müssen? Kommentar von Frank Lamers

Essen (ots) - Vielleicht trinken noch immer zu wenige Menschen Tee. Tee, wenn nicht von der falschen Sorte, entfaltet ja eine beruhigende Wirkung. Felix Magath zum Beispiel ist Teetrinker, und allein schon die Art und Weise, wie der Schalker Trainer das Beutelchen im Tässchen hin und her und her und hin zu bewegen pflegt, vermittelt dieses Gefühl wohliger Behaglichkeit und innerer Sicherheit. Null Punkte aus den ersten drei Bundesligapartien der Saison gefischt? Keine Panik, Leute. Da warten wir einmal ab und trinken, na ja, einen Tee.

Andererseits hat ein dreifacher Salto nullo im Fußballgeschäft meist zumindest ein bisschen Nachdenklichkeit zur Folge. Was, anders als Panik, auch nicht schaden kann. Für die Schalker Unbefleckten deshalb diese kleine Denksportaufgabe: Was wird passieren, wenn der Klub nach den drei Liga-Niederlagen eine vierte Niederlage in der Champions League und eine fünfte gegen Borussia Dortmund im Derby kassieren sollte?

Lautet die Antwort: Dann bleibt uns hier auf Schalke wohl nichts anderes übrig, als weiterhin Tee zu trinken, muss sich im System ein Fehler eingeschlichen haben. Gewöhnlich werden Trainer nämlich nicht ohne Grund als temporäre Erscheinungen betrachtet. Bleibt der Erfolg aus, müssen die Automatismen brutal greifen können. Dumm ist also, wenn der Trainer zwischenzeitlich langjähriges Vereinspersonal auf allen Ebenen schassen, sein Trüppchen installieren und überhaupt alles auf einen überaus abfindungsteuren Mann zuschneiden durfte. Auf sich.

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