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WAZ: Mehr Lohn nützt der Wirtschaft. Kommentar von Sabine Brendel

Essen (ots) - Ist eine Forderung nach drei Prozent mehr Lohn ungerechtfertigt? Nein - schließlich wirft sie eine Gewerkschaft in den Tarif-Ring. Zudem fielen die vergangenen Tarifrunden moderat aus, was Deutschlands Wirtschaft nicht zuletzt in der Konjunkturkrise nützte. Die Krise flaut nun ab, viele Firmen verdienen wieder deutlich mehr als im miesen Jahr 2009. Da dürfen die Gewerkschaften als Arbeitnehmervertreter durchaus Lohnerhöhungen anstreben.

Allerdings verteuerte die Kurzarbeit voriges Jahr die Arbeitskosten in Deutschland um 4,1 Prozent - in den Euro-Ländern stiegen sie um im Schnitt 2,7 Prozent. Das wäre ein Argument dafür, bei den Lohnsteigerungen Maß zu halten, bis die Folgen der Wirtschaftskrise endgültig ausgestanden sind.

Dazu kann der private Konsum beitragen. Er gilt als wichtige - aber vielen als zu schwache - Stütze des Aufschwungs im exportlastigen Deutschland. Nach Lohnerhöhungen könnten sich die Menschen wieder mehr leisten. Das würde auch die Wirtschaft beflügeln. Zudem: Fordert eine Gewerkschaft drei Prozent mehr Lohn, enden Tarifgespräche eh mit einem niedrigeren Plus.

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