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WAZ: Einfach balla-balla. Kommentar von Klaus Wille

Essen (ots) - Ob noch jemand weiß, was Etrusco Unico war? Klingt ein bisschen wie eine Kultur-Organisation der Vereinten Nationen, die sich zur Aufgabe gemacht hat, alte Etrusker-Schätze zu bewahren. War aber tatsächlich nur der Spielball der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien.

Etrusco Unico sorgte damals kurz vor der WM für Schlagzeilen: weil in ihm so viel Synthetik verarbeitet worden war wie in keinem anderen Ball zuvor. Und weil Trainer und Kicker vor 20 Jahren fürchteten, dass der Spielball zu schnell und zu unberechenbar geworden sei. Und dann? Wurde die WM gespielt. Und Etrusco Unico kam ins Museum.

Diesmal wird mit "Jabulani" gekickt, was aus der Zulu-Sprache stammt und "zelebrieren" heißt. Wer auch immer am Ende den Titel feiert: Auch in Jabulani steckt wieder einmal mehr Ball-Technologie als je zuvor. Was ihn angeblich schneller macht als je zuvor, was ihn angeblich unberechenbarer flattern und stärker springen lässt als je zuvor - was ihn jetzt schon zum Schrecken der Torhüter werden lässt.

Das Geschrei um den WM-Ball ist eine Woche vor dem Startschuss also wieder einmal groß. Was uns das sagt? Dasselbe wie 1990: Höchste Zeit, dass es endlich losgeht. Sonst werden wir noch balla-balla, bevor der erste Jabulani überhaupt gespielt worden ist.

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