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WAZ: Paradiesvogel und Sanierer. Kommentar von Thomas Lelgemann

Essen (ots) - Ich bin nur ein kleiner, schwuler Schauspieler, sagt Corny Littmann gern über sich. Der 57-Jährige ist aber nicht nur ein Freund der Koketterie. Hinter dem etwas anderen Präsidenten eines Bundesliga-Klubs, hinter dem schrillen Paradiesvogel des bezahlten Fußballs verbirgt sich ein mit spitzem Stift agierender Geschäftsmann. "Schwulsein ist nicht abendfüllend", lautet ein anderes Littmann-Zitat. Und so etablierte Littmann nicht nur zwei Theater ohne öffentliche Zuschüsse, sondern sanierte den Kiez-Klub St. Pauli mit einem knallharten Sparkurs.

Mit Kreativität lässt sich Geld verdienen. 140.000 Retter-T-Shirts verkaufte der Klub. Der Weltpokalsiegerbesieger fand wieder finanziellen Halt. Mit Manager Helmut Schulte und Trainer Holger Stanislawski engagierte Littmann ein sportliches Führungsduo, das St. Pauli zurück in die Erstklassigkeit führte. Kurz nach dem Aufstieg und unmittelbar nach den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Hamburger Kultvereins verlässt Littmann die Kommandobrücke. Auf dem Höhepunkt des Erfolges zu gehen, was so mancher Sportler verpasst hat, das hat Littmann geschafft. Littmann wird St. Pauli fehlen.

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