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WAZ: Hilfe für die Griechen - Kommentar von Ulrich Reitz

Essen (ots) - Über Jahre hinweg haben griechische Regierungen ihre Bevölkerung und die Europäer belogen und betrogen. Haben systematisch verschleiert, wie mies es um die Staatsfinanzen steht. Endgültig bringen diese Blase dann Finanz-Haie zum Platzen. Und dann hauen die Europäer die Griechen raus. Und das soll gerecht sein? Ist es natürlich nicht. Es ist sogar ungerecht. Hierzulande müssen Städte die Wassertemperatur in Schwimmbädern herunterfahren, Rentner sollen Null-Runden ertragen und den Bürgern werden die Steuern wegen der hohen Schulden nicht gesenkt. Man kann die Empörung der Menschen verstehen. Es mag ja sein, dass die Griechenland-Stütze im deutschen Interesse ist, weil sonst der Euro in Gefahr gerät; oder weil deutsche Banken und Versicherungen Griechenland-Papiere in ihren Portfolios haben und damit im Fall einer Staatspleite auch das Geld von Kleinanlegern in Gefahr ist. Aber bei der Geld-Hilfe darf es nicht bleiben. Es reicht auch nicht, dass Athen jetzt spart. Wir brauchen europäische Finanzkontrolleure. Wenn irgendein Land seinen Bürgern etwas Gutes tun will, dann muss ein Controller fragen dürfen: Wie zahlt ihr das? Und selbstredend müssen Finanzjongleure an die Kette gelegt werden. Nur wenn diese Dinge passieren, ist die Griechen-Hilfe zu rechtfertigen. Als einmaliger Ausrutscher.

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