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WAZ: Anschlag im Jemen - Doppeltes Spiel - Leitartikel von Martin Gehlen

Essen (ots) - Es fehlten Bruchteile einer Sekunde - dann wäre das Attentat auf den britischen Botschafter in Sanaa gelungen, und El Kaida hätte ein weiteres Mal triumphiert. Ein Mordversuch an einem westlichen Diplomaten auf offener Straße - für die Führung des Jemen eine peinliche Blamage. Von ihren offiziellen Erfolgsmeldungen der letzten Zeit ist bei Licht besehen wenig übrig geblieben. El Kaida im Jemen ist nicht entscheidend geschwächt und schon gar nicht besiegt. Die spektakulären Luftangriffe haben nicht die Führung des Terrornetzwerks eliminiert, wie behauptet, sondern vor allem Dutzenden von Zivilisten das Leben gekostet. Der Tod des höchsten El Kaida-Kommandeurs wurde inzwischen sogar drei Mal offiziell ausgerufen, obwohl der Mann offenbar weiterhin lebt. Zuletzt brüstete sich Jemens Staatsspitze dann noch mit seinen Spezialtruppen und deren neuer amerikanischer Ausrüstung. Militär und Polizei alleine aber können den Kampf gegen die radikalen Zellen nicht gewinnen, solange die politische Führung ihr doppeltes Spiel nicht aufgibt: El Kaida und ihr Milieu einzuspannen für den Machtkampf im Inland. El Kaida und ihre Anschläge einzusetzen für mehr Geld aus dem Ausland.

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