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WAZ: Amokdrohungen an Schulen - Hoffnung auf heiße Luft - Leitartikel von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Mobbende Mitschüler, ungerechte Lehrer, ignorante Schulleiter: Keine Frage, die Schulzeit ist für viele Kinder eine Qual. Hinzu kommen Leistungsdruck, auch Perspektivlosigkeit. Der Wunsch, es allen zu zeigen, mag da wachsen. Mittlerweile ist es einfach: Ein aggressiver Satz im Internet, ein blutiger Spruch auf der Klotür reicht, um einmal die ganz große Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Amokdrohung hat an den Schulen Hochkonjunktur, und weil Winnenden und Erfurt so entsetzlich viele Opfer gefordert haben, löst ein eigentlich nur dummer Streich einen Großalarm aus, der hinterher teuer bezahlt werden muss. Auch wenn die meisten Drohungen heiße Luft sind: Wer will schon eine Fehleinschätzung verantworten? Nach einer solchen Drohung, berichten Eltern, Lehrer und Schüler, geht die Schule schnell zum Alltag über. Für Prävention gibt es offenbar wenig Zeit und gar kein Geld. Konkrete Aktionen sind nicht in Sicht. Der nach Winnenden ins Leben gerufene Runde Tisch zur Vorbeugung von Amokläufen hat sich erst wenige Male getroffen. Und Ministerpräsident Rüttgers hat es ein Jahr nach Winnenden gerade mal geschafft, die vielen bayrischen Schulpsychologen zu loben. Bei so wenig Tatkraft bleibt nur eins: zu hoffen, dass es bei heißer Luft bleibt. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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