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WAZ: Gesamtschule sehr gefragt - Zu abweisend. Kommentar von Matthias Korfmann

    Essen (ots) - Eine Nachricht wiederholt sich immer Ende Februar: Die Gesamtschulen im Land müssen 14 000 Kinder abweisen. Das war schon 2009 so,  2008 waren es gar 15 000. Das klingt inzwischen wie eine unendliche Geschichte der Zurückweisung.

    Doch dieser Eindruck täuscht. Denn das alte (bewährte?) Schulsystem stand noch nie zuvor so unter Druck wie heute. Die Hauptschule kann nur durch künstliche Beatmung am Leben gehalten werden. Die Eltern laufen der Hauptschule in Scharen  davon. Es zieht sie hin zu einer Einrichtung, in der sie für ihre Kinder bessere Bildungs-Chancen vermuten.  Zu einer Schule, die erstens viel später als andere "selektiert" und zweitens nicht mit dem "Turbo" zum Abi rast. Das ist menschlich verständlich. Zu furchtbar ist der Gedanke, das eigene Kind könnte auf einem Abstellgleis landen.

    Die Union in der Landesregierung ficht das nicht an. Sie kämpft verbissen für das traditionelle Schulsystem; sie will die Gesamtschule nur am Rande dulden. "Keine Experimente", das ist ein konservativer Klassiker.  Allein, er passt überhaupt nicht in die Landschaft. Nur noch fünf Länder halten am dreigliedrigen Schulsystem fest. Die anderen experimentieren sich schon in die Zukunft.

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