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WAZ: Schalke 04 in der Finanzkrise - Soll die Stadt dem Verein helfen? Pro von Klaus Wille

    Essen (ots) - Wenn nichts mehr hilft, dann hilft der liebe Gott. Man könnte glatt auf die Idee kommen, dass es sich für Schalke 04 jetzt auszahlt, einst einen Papst zu dessen Lebzeiten zum Ehrenmitglied gemacht zu haben. Flapsig gesagt: Schalke hat inmitten einer gewaltigen und selbstverschuldeten Finanzkrise den Papst in der Tasche, weil Hilfe von außen kommt. Aber zu Schalke 04 gehört, und das ist gar nicht flapsig gemeint, auch das: In der Kapelle im Untergeschoss der Arena heiraten Menschen, dort lassen sie ihre Kinder taufen. Schalke ist eben mehr als eine Mannschaft hoch bezahlter Kicker, als ein Wirtschaftsfaktor in einer Stadt, die sonst wenig vorzuzeigen hat. Schalke bewegt Millionen Euro, vor allem aber bewegt es die Menschen. Dieser Verein bietet, mehr als viele andere, Heimat. Er stiftet Identität und Selbstwertgefühl. Ja, es stimmt: Die Stadt, bitterarm, springt über eine Tochtergesellschaft einem Profi-Verein zur Seite, und das in Zeiten, in denen es in marode Klassenräume regnet. Tatsächlich finanziert Gelsenkirchen mehr: Es leistet sich in seinem Mausgrau das Königsblau, das die Menschen träumen lässt. Mit Geld ist das nicht aufzuwiegen.

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