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WAZ: Die Verlierer der Krise. Kommentar von Frank Meßing

    Essen (ots) - Mit dem Instrument Kurzarbeit haben sich etliche Firmen in der Krise über Wasser gehalten. Entlassungswellen konnten so bislang vermieden werden. Politik und Gewerkschaften warben aber zugleich dafür, die gerade wenig beschäftigten Mitarbeiter in der Flaute weiterzubilden. Ein guter Vorsatz, der sich nun aber auf andere Weise rächt. Bildungsscheine stellt die Bundesagentur schwerpunktmäßig für jene aus, die die größten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Und das sind nun einmal die Kurzarbeiter, die noch einen Job haben. Unfreiwillig geraten sie nun in Konkurrenz zu den Langzeitarbeitslosen, die in der Regel keine oder schlechtere Schulabschlüsse haben. Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Hartz-IV-Bezieher, die im Zuge der umstrittenen Arbeitsmarktreform besser betreut und fit für den Beruf gemacht werden sollten, haben nun zusätzlich das Nachsehen wegen der Kurzarbeit. Langzeitarbeitslose leiden doppelt: keine Stellen und keine Weiterbildung. Die Bundesagentur muss rasch dafür sorgen, dass die Hartz-IV-Bezieher in der Krise nicht unter die Räder geraten.

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