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WAZ: Merkels Gespür für Macht. Kommentar von Walter Bau

    Essen (ots) - Jetzt strahlen sie, haben sich lieb, stehen seit Samstagnacht miteinander auf Du und Du. Die Angie, der Horst und der Guido. Vergessen die Nickeligkeiten und Stiche-leien. Kein Blatt Papier passt zwischen sie. Ab sofort wird in trauter Dreisamkeit regiert. Wer's glaubt.

      Die eigentliche Siegerin in dem künftigen schwarz-gelben
Spitzen-Trio heißt Angela Merkel. Die Regierungschefin, die sich noch
vor vier Jahren nach einem unerwartet schlechten Wahlergebnis nur
knapp ins Ziel Kanzleramt hatte retten können, ist diesmal
unangefochten.

      Merkel hat bei der Regierungsbildung mit dem ihr eigenen Gespür
für Macht dafür gesorgt, dass kein Mann (und keine Frau) mit
Kronprinz-Qualitäten ins Kabinett rückt.

      Sämtliche Unions-Minister sind entweder zu alt, zu jung oder
ihnen fehlt die nötige Hausmacht in der Partei, um realistischerweise
mittelfristig zum potenziellen Nebenbuhler für Merkel heranzureifen.
Auch außerhalb der Regierung ist in der Union weit und breit kein
ernst zu nehmender Widersacher erkennbar. Ob Duz-Freund oder nicht.

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