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WAZ: Höfliches Geplänkel. Kommentar von Dirk Hautkapp

    Essen (ots) - Wenn wir Glück haben, wird es ein mittelprächtig gehaltvolles Selbstgespräch zweier Regierender, die noch einmal vier Jahre miteinander könnten, wenn ihre Parteien sie ließen. Wenn wir Pech haben, wofür manches mehr spricht, wird der Bundes-Fernseh-Showdown mit Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier am Sonntag ein Stellungskrieg der hölzernen Sätze.

      Das liegt am Personal. Und am Format. Zwei gestandene Politiker,
die keine gute Fee der Welt mehr in wortmächtige Überflieger
verzaubert, werden höflich ihre Pseudo-Differenzen aufsagen und sich
dabei von Moderatoren nicht abbringen lassen. Die Parteilager wird es
freuen. Ob es aber Wankelmütige an die Urnen lockt, na ja.

      Die Kanzlerin geht mit Bonus an den Start. Sie liegt in Umfragen
weit vorn und wirkt im TV längst nicht mehr so trutschig wie einst.
Erliegt Steinmeier der Versuchung, den menschenfischenden Schröder zu
imitieren, hat er schnell fertig. Vom Hocker reißen wird es so oder
so niemanden. Gut so. Am 27. September werden Parteien gewählt - und
keine Kanzler. Das sollten die Duellanten den Zuschauern vielleicht
noch mal erklären.

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