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WAZ: G-20-Gipfel - Boni im Visier: recht so - Leitartikel von Thomas Wels

    Essen (ots) - Es ist ein Erfolg, dass die 20 Industrie- und Schwellenländer nun Lehren aus der Finanzkrise ziehen und sich Boni-Zahlungen für Banker vorknöpfen. Trotz der Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und Frankreich auf der einen und USA sowie England auf der anderen Seite in der Frage absoluter Obergrenzen - die Einigung taugt als Therapie für das angeschlagene Modell der Marktwirtschaft. Der Kampf gegen die Boni-Exzesse ist mehr als bloß eine populäre Aktion, um aufgebrachte Völker zu beschwichtigen. Leider vergessen die vorgeblich größten Freunde der Marktwirtschaft gerne, dass dieses Wirtschaftsmodell nur dann funktionieren kann, wenn es Erfolg belohnt, Misserfolg aber bestraft. Eine Ursache der Finanzkrise ist in der Sackgasse der risiko- und leistungslosen Bezahlung zu finden. Wenn Banker Geschäfte abschließen, die zwar zehn Jahre lang laufen, aber immer bei Abschluss des Geschäfts Boni einbringen, darf sich niemand wundern, wenn gigantische Risikoblasen entstehen. Solche Fehlanreize gefährden nicht nur die soziale Hygiene, sondern das System.

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