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WAZ: Die Debatte um Mama Dati - Arme Zohra - Leitartikel von Britta Heidemann

    Essen (ots) - Die kleine Zohra, sagt Rachida Dati, sei ihr größtes Glück. Ist es da nicht seltsam, dass sie dieses Glück nur fünf Tage nach der Geburt aus den Händen gibt? Dass sie ihr Glückskind seines Vaters beraubt mit dem lapidaren Hinweis, ihr Privatleben sei "kompliziert"? Dass sie Zohra ein Stück vom Glück gleich wieder nimmt? Was jetzt in Frankreich die Müttergemüter erregt, ist letztlich eine Debatte über Egoismus. Dati ist egoistisch, ehrgeizig - und arm dran. Ob sie nun den Druck von außen spürt oder ihn verinnerlicht hat, offenbar meint sie, sich keine Auszeit gönnen zu können. Das mag mit ihrer persönlichen Situation zusammenhängen, hält aber zudem einer Gesellschaft den Spiegel vor. Denn, ja: Manche Mütter werden im Beruf diskriminiert, weil sie sich Zeit für ihre Kinder nehmen. Weil manche Arbeitgeber auf diese Zeit ungern verzichten, weil sie unflexibel sind, unmodern. Wie egoistisch! Nur sollten wir all' die Egoismen nicht an unsere Kinder weitergeben. Die Babypause ist ja auch dies: eine Pause fürs Baby. Zeit, anzukommen auf dieser Welt. Nicht nur Mutter-, sondern auch Kinderschutz.

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