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WAZ: Micky Maus wird 80 - Komik in der Krise - Leitartikel von Michael Vaupel

    Essen (ots) - Lachen kann befreiend sein, gerade in angespannten Situationen. Und es kann hysterisch klingen, wenn man spürt, dass es in Zukunft wenig zu lachen gibt. Als Micky Maus 1928 das Licht der Welt erblickte, neigten sich in den USA die "Roaring Twenties" mit all ihrer Wirtschaftskraft und der schon hysterischen Gier nach Vergnügen dem Ende entgegen. Am Horizont zog die Weltwirtschaftskrise auf, wie ein Blitz schlug der Börsencrash von 1929 ein. Micky Maus hat auch diese harten Jahre schadlos überstanden. Was ebenfalls zeigt, dass die Menschen gerade in Zeiten, in denen sie um ihre nackte Existenz kämpfen, ein wenig abgelenkt werden wollen. Oder dass sie aus dem Entertainment sogar Kraft beziehen: Denn schließlich stellten sich ab 1938 Superman und seine Superhelden-Freunde an die Seite vieler verunsicherter US-Amerikaner. Und in Deutschland wurden gerade in der repressiven Nazi-Zeit viele Komödien gedreht; so sollte Heinz Rühmann in "Quax, der Bruchpilot" 1941 die Bevölkerung vom Kriegsgeschehen ablenken. Lach- und Trauertränen liegen manchmal verdammt dicht beieinander.

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