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WAZ: Erschreckend vernünftig. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Was uns aufwühlt: Einem 13-jährigen Mädchen traut man Entscheidungen dieser Tragweite nicht zu. Sie ist zu jung, um über ihren Tod selbst zu entscheiden, denkt man spontan. Damit aber ignoriert man den unvorstellbaren Leidensweg, den dieses Kind bereits hinter sich hat. Einen großen Teil ihres Lebens verbrachte Hannah Jones in Krankenhäusern, etliche Operationen hat sie hinter sich. Wir müssen verstehen, dass ihr Alter nichts darüber sagt, wie erwachsen, wie vernünftig sie ist. Und sie ist erschreckend vernünftig. Ihre Entscheidung verlangt Verständnis. Verständnis, das die britische Kinderschutz-Behörde zunächst vermissen ließ, als sie damit drohte, Hannah Jones notfalls aus der Familie zu nehmen, damit die Transplantation erfolgen könne. Damit hätte man Recht und Würde des Mädchens missachtet. Hannah Jones hat ein Recht, über ihren Tod zu bestimmen. Dies zu akzeptieren, ist für Ärzte, die dem hippokratischen Eid verpflichtet sind, naturgemäß schwer. Noch schwerer allerdings ist dieser Weg für die junge Patientin und ihre Familie. Für ihren Kampf, ihr Leiden und ihre Stärke verdient Hannah Jones demütigen Respekt. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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