Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: FDP plädiert für den starken Staat - Immerhin Einsicht - Leitartikel von Lutz Heuken

Essen (ots) - Man sollte nicht nachtreten, aber es juckt ja schon: "Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt". Das erkor der damalige Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt (1993 bis 1998) einst zu seinem Motto. Denn das war nicht einfach so dahergesagt, damit beschrieb der FDP-Mann das liberale Credo: Der Staat soll sich in das wirtschaftliche Handeln gefälligst nicht einmischen. Was mitschwang: Einen Minister für Wirtschaft muss es eigentlich gar nicht geben - es sei denn als Frühstücksdirektor. Die späte Rache dieser Ideologie erleben wir dieser Tage. Gerade jetzt, da die Wirtschaft dank ultraliberaler Finanzhasardeure in die Krise rutscht, zeigt sich der amtierende Wirtschaftsminister Glos von der CSU in liberaler Tradition: taten- und hilflos. Pardon: doch noch nachgetreten. Aber nur, um die späte Einsicht der NRW-FDP zu loben, die auf ihrem Landesparteitag deutlich andere Töne anschlägt. Der Staat wird nicht mehr verteufelt, der Markt nicht mehr verherrlicht. "Der Staat steht oberhalb der Wirtschaft", heißt es im liberalen Leitantrag. Bis vor kurzem hätte die FDP solche Sätze noch als marxistisch gegeißelt. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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