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WAZ: Lesen - eine sinnliche Lust - Kommentar von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Werden wir eines Tages Goethe, Shaw, Joyce oder Miller im Media Markt kaufen müssen, neben PCs, USB-Sticks und iPods? Werden Buchmessen zu kalten Info-Ständen verkümmern, ohne Bücher, nur mit Internetlinks auf 180 000 Titel oder mehr?

      Das E-Book, das elektronische Buch, ist im Kommen, flüstert es
bei der Frankfurter Buchmesse in allen Gängen. Sollte dieses
Kunststoffgerät tatsächlich die Zukunft des Lesens sein? Man muss
nicht pathetisch von Kulturbruch sprechen, um zu spüren, was man
verlöre.

      Die Auswahl eines Buches, das Blättern, das Fühlen des -
vielleicht - ledernen Einbandes: Ein Buch ist in jeder Hinsicht des
Wortes "begreifbar", das Lesen darin eine sinnliche Lust. Bücher
erzählen Familiengeschichte, so man Titel bewahrte, die einst ein
Vorfahre erwarb. Bücher sind Teil der eigenen Geschichte, so das
Buch, das man mit Widmung dem Freund, der Liebsten bedeutungsschwer
gab. Das Buch ist ein ästhetischer Genuss, den man sich in der
gediegenen atmosphärischen Dichte einer guten Buchhandlung gönnte.

      Wirkt dagegen so eine E-Kiste nicht minderbemittelt, emotional
arm?

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