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WAZ: Pleiten der Warenhäuser - Untergang mit Ansage - Leitartikel von Wolfgang Pott

    Essen (ots) - Das Ende der deutschen Warenhausketten Sinn-Leffers, Hertie und Wehmeyer kommt einem Untergang mit Ansage gleich. Daran sind deren windige Eigentümer schuld. Die Finanzinvestoren Schottenstein (Wehmeyer), Dawnay Day (Hertie) und die Deutsche Industrieholding (Sinn-Leffers) hofften auf schnelles Geld, ohne sich ausführlich mit dem schwierigen deutschen Einzelhandelsmarkt auseinanderzusetzen. Die früheren Alleskönner der Branche haben sich selbst überlebt. Ihre Einzugsgebiete sind oft zu klein. Ihre Angebote sind langweilig, ihr Erscheinungsbild wirkt bieder und abschreckend. Tradition allein reicht eben nicht aus. Die Quittung für wenig weitsichtiges Handeln bekommen jetzt die Beschäftigten überreicht. Deren Angst vor Stellenverlust war nie berechtigter als in diesen Tagen. Nur einer dürfte insgeheim Genugtuung empfinden: Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Er hat früh genug erkannt, dass mit Hertie, Sinn-Leffers und Wehmeyer nichts mehr zu holen ist. Er hat sie abgestoßen und den eigenen Krisenkonzern gesundgeschrumpft. Ein kluger Manager.

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