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WAZ: Kooperation als Ausweg. Kommentar von Christoph Meinerz

    Essen (ots) - Es gibt glühende Verfechter der Gesamtschule, die schicken ihr eigenes Kind trotzdem lieber zum Gymnasium. Gesamtschul-Gegner führen dafür gerne prominente Politiker als Beispiel an. Dabei handelt es sich gar nicht um einen Widerspruch. Gesamtschulen und Gymnasien sind zwei unterschiedliche Systeme, und jedes hat seine Berechtigung.

      Doch keine Schulde-batte ist so ideologisiert wie die
Gesamtschuldiskussion. Die FDP will mit ihrer Forderung nach
Abschaffung der Gesamtschul-Oberstufe in den Wahlkampf 2010 ziehen -
dabei geht es um Klientelpolitik. Vor allem Elitedenken bestimmt die
Gymnasien-sind-in-allem-besser-Argumentation. Doch ohne Gesamtschulen
gäbe es weniger Schüler mit Abitur. Das kann nicht im Interesse der
Gesellschaft sein.

      Trotzdem darf Kritik an Gesamtschulen nicht mit einem Tabu belegt
sein. Wo in der Oberstufe nicht oder nur knapp die vorgeschriebene
Mindestschülerzahl von 42 erreicht wird, könnten Kooperationen mit
Gymnasien durchaus sinnvoll sein. Das wäre allemal besser, als zur
reinen Selbsterhaltung Schüler in die Oberstufe zu loben, deren
Scheitern vorauszusehen ist.

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