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WAZ: Die Milch und das Geld - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

Essen (ots) - Der Milchpreis ist ein politischer Preis. Wie beim täglichen Brot lesen wir an ihm die Kosten unserer Lebensmittel ab. Als er stieg im letzten Jahr, war die Erregung deshalb groß. Wer jeden Cent umdrehen muss, und das sind nicht wenige, musste schon sehr genau rechnen, ob das Geld noch reichte für Milch, Butter, Jogurt.

Dann wurde die Milch wieder billiger. Zur Freude des Verbrauchers, der schon genug gebeutelt wird durch höhere Preise für Benzin, Gas oder Strom.

Nun beginnt der Bauer zu rechnen. Auch er zahlt heute mehr für Benzin, Gas, Strom als vor ein paar Monaten. Hat dazu seine Quoten, Verordnungen. Addiert die Einnahmen, subtrahiert die Ausgaben und stellt dann fest: Davon kann ich nicht mehr leben.

Was tun? Den Bauern zum Sündenbock machen? Weil er mit Streik droht? Die Lebensmittelkonzerne kritisieren, die den Erzeugern immer niedrigere Preise diktieren - und dann steigen die Preise für den Verbraucher, dessen Haushaltskasse sowieso schrumpft? Politisch ist der Milchpreis. Auch deshalb, weil Politik die Kunst des Ausgleichs ist.

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