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WAZ: RWE und die eiserne Lady - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Neelie Kroes kommt ihrem Ruf als eiserne Lady der EU-Kommission einmal mehr nach. Erst bei Eon die Stromnetze, jetzt bei RWE die Gasnetze - Madame Wettbewerb exekutiert die von Brüssel politisch gewollte Entflechtung schlichtweg und einfach via Hausdurchsuchung und Kartellverfahren an den nationalen Regierungen vorbei. Berlin muss sich - mit Verlaub - inzwischen arg veräppelt vorkommen. Da kämpfen Minister Glos und die Kanzlerin vorne tapfer gegen eine zwangsweise Herauslösung der Netze aus den Konzernen, derweil die sich hinten durch die Büsche schlagen und einen Deal nach dem anderen machen, um Kartellstrafen zu entgehen. Oder - das könnte man verstehen - weil sie von dem politischen Gezoppel einschließlich der Rendite-Festlegungen für die Netze die Nase voll haben und nun das Netzgeschäft der Politik vor die Füße werfen. Spannend ist jetzt die Frage, wer die Netze kaufen soll, ob es dann tatsächlich zu mehr Wettbewerb kommt und ob die Preise sinken. Es ist das große Neelie-Kroes-Experiment - mit offenem Ausgang.

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