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WAZ: Neues aus Absurdistan - Kommentar von Rolf Potthoff

Essen (ots) - Die Idee des jungen Herrn Studiosus Ludewig hätte einen Platz in Nestroys Posse "Einen Jux will er sich machen" verdient. Aber leider findet in diesen aufgeregten Zeiten auch noch das Absurdeste hier und dort zustimmend Gehör. Zwar ist der Vorschlag, ein doppeltes Stimmrecht für Leistungsträger zu schaffen, politisch weder wichtig noch gar ernst zu nehmen. Wer im Parlament würde die Hand für die Wiedereinführung der Klassengesellschaft heben? Vom absoluten Bruch mit der Verfassung einmal ganz abgesehen. Doch umso abstoßender wirkt das krude Menschenbild, das Leute wie der RCDS-Vorsitzende offenbar pflegen. Es maßt sich ein Eliteverständnis an, das andere zu Minderwertigen stempelt und die Gesellschaft unterhöhlt. Es trennt in "wertvolle" und nicht wertvolle Menschen und verhöhnt so menschliche Würde. Wie weit ist es da zum "menschlichen Müll"? Zahllose Leute haben für die Idee, ohne Ansehen der Person, des Standes, der Herkunft, der Religion Gleichheit zu schaffen, in Kerkern gelitten. Daran gemessen wäre einer wie der RCDS-Chef politisch wie moralisch (und mit einfachem Stimmrecht) ein Wicht. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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