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Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung (Frankfurt (Oder) schreibt zu den erneuten Protesten in Polen

Frankfurt/Oder (ots) - Es heißt, nichts einigt das polnische Volk so sehr wie ein gemeinsamer Feind. So war es im Zweiten Weltkrieg, so war es am Ende des Kommunismus. Das könnte man jetzt auch meinen, wenn man die Menschen auf der Straße sieht, die regelmäßig gegen die PiS¬Regierung protestieren. Doch dem ist nicht so. Fakt ist: Polen ist innerlich zerrissen. Die Demonstranten treffen stets auf ihre Landsleute, die auf der anderen Seite der Barrikade stehen - die Anhänger der neuen Politik. Beide Gruppen haben für die jeweils andere nur Beschimpfungen und Spott übrig. Beide sehen sich im Recht. Regierungstreue Medien halten den Konflikt klein, Zeitungen, die den früheren Machthabern noch nahe stehen, heizen die Stimmung dagegen an. Ein Dialog scheint fast unmöglich zu sein. Die Kirche, die in Polen ein wichtiger Ratgeber ist, hält sich ungewöhnlich bedeckt. Schade. Sie könnte vermitteln, wie so oft in der Vergangenheit. Sie könnte ihre Rolle als Kitt eines Volkes, das immer weiter zerreißt, wahrnehmen.

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