Paritätischer Wohlfahrtsverband

Paritätischer kritisiert mangelhafte staatliche Unterstützung für Opfer häuslicher Gewalt

Berlin (ots) - Anlässlich der heutigen Anhörung des Bundestagsfamilienausschusses zur "Situation der Frauenhäuser" weist der Paritätische auf die schwierige Lage der rund 20.000 von Gewalt betroffenen Frauen sowie ihrer Kinder in Deutschland hin. Der Verband fordert Bund und Länder auf, umgehend für eine zuverlässige finanzielle Absicherung der rund 360 existierenden Frauenhäuser und den Ausbau eines flächendeckenden Hilfesystems zu sorgen. Darüber hinaus sei über die gesetzliche Verankerung eines Rechtsanspruchs auf Schutz und Zuflucht der Zugang aller Betroffenen zu den Zufluchtseinrichtungen und Beratungsangeboten sicherzustellen.

"Wir nehmen es nicht mehr hin, dass es von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen mit Kindern in Deutschland so schwer gemacht wird, sich über eine geschützte Einrichtung aus den gewaltgeprägten Verhältnissen zu lösen," betont Heidi Merk, Vorsitzende des Paritätischen. Durch Lücken in den Sozialleistungsvorschriften sei der Zugang zu den Schutzeinrichtungen für große Gruppen von Frauen, wie beispielsweise Auszubildende, Studentinnen oder EU-Ausländerinnen, erheblich erschwert. Dabei sei die Zuflucht im Frauenhaus für die meisten Frauen die Grundvoraussetzung für einen Neuanfang: "Nur der geschützte Aufenthalt ermöglicht es den Frauen, für sich und ihre Kinder auf eine Bewältigung der oft traumatischen Erlebnisse und der Entwicklung neuer Perspektiven hinzuarbeiten," so Merk.

Komplizierte Finanzierungsmodelle sowie drastische Veränderungen im Personalschlüssel durch Länder und Kommunen führten in der Praxis zu einer erheblichen Planungsunsicherheit der Frauenhäuser und seien unzumutbar. "Ohne eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung wird es uns nicht gelingen, ein stabiles Unterstützungssystem aufzubauen. Aber genau so ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Schutz- und Hilfenetz brauchen wir," fordert die Verbandsvorsitzende.

Der Verband bekräftigt seine Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Schutz und Zuflucht sowie Beratung und Unterstützung für Opfer häuslicher Gewalt. Darüber hinaus fordert er Bund und Länder auf, die zuverlässige und rechtlich umfassende finanzielle Absicherung der bestehenden rund 360 Frauenhäuser sicherzustellen.

Der Paritätische, der rund ein Drittel der Frauenhäuser in Deutschland vertritt, unterstützt damit die Forderungen der Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) und der Zentralen Informationsstelle der Autonomen Frauenhäuser (ZIF). Insgesamt engagieren sich unter dem Dach des Verbandes mehr als 500 Träger in Initiativen, Einrichtungen und Organisationen für die Belange von Frauen und Mädchen.

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