Paritätischer Wohlfahrtsverband

Paritätischer fordert Maßnahmenpaket für armutsfeste Rente

Berlin (ots) - Als "plausible Szenarien" bezeichnet der Paritätische Wohlfahrtsverband die durch die SPD-Minister Bullerjahn und Sellering publizierten Zahlen zur drohenden Altersarmut in Ostdeutschland sowie die Aussagen von DGB-Chef Sommer. Der Verband fordert einen zügigen Ausbau der Altersgrundsicherung, um der Verarmung eines großen Teils alter Menschen vorzubeugen.

"Wir steuern mittelfristig auf eine neue Altersarmut zu. Aktuell gelten 2,5 Prozent der älteren Bevölkerung als arm. Wenn in 15 Jahren aber die Langzeit- und Mehrfacharbeitslosen der neunziger Jahre und die Hartz IV-Bezieher und Aufstocker von heute in das Rentenbezugsalter gelangen, werden wir mit Quoten von 10 oder 15 Prozent konfrontiert sein", so Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. "Die Renteneinkommen sind nun einmal das Resultat des Erwerbslebens. Und wenn die Erwerbsleben zunehmend Lücken und karge Jahre aufweisen, dann schlägt sich das bei der Altersabsicherung nieder." Neben dem seit Anfang der 1990er Jahre bestehenden Problem der Langzeitarbeitslosigkeit, führe insbesondere der drastische Kaukraftverlust zur unausweichlichen neuen Altersarmut. Nach Berechnungen des Verbandes wird die Durchschnittsrente im Jahr 2022 auf das Niveau der Grundsicherung abgesunken sein. Das heißt, dass gut zwei Millionen Rentner auf Sozialhilfe-Niveau leben werden.

Der generelle Trend sei nicht aufzuhalten, allenfalls in seiner Intensität zu mildern. Es gehe darum, die sozialen Härten abzuwenden. Der Verband fordert daher einen massiven Ausbau der Altersgrundsicherung. Der Grundsicherungsbetrag sei von derzeit 347 Euro auf 427 Euro plus Wohnkosten anzuheben. Auf Alterseinkünfte wie gesetzliche Renten oder Riesterrenten seien zudem großzügige Freibeträge einzuräumen. Schließlich sei die Grundsicherung im Alter nicht von den Sozialämtern, sondern von den Rentenversicherern zu verwalten. "Mit diesen Maßnahmen wäre die Altersgrundsicherung endlich bedarfsdeckend, würde die Lebensleistung endlich honoriert werden und die Rente wäre armutsfest", so Schneider.

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