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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Deutsche Bank/Anklage/Fitschen

Stuttgart (ots) - Kann Jürgen Fitschen im Amt bleiben? Rechtlich betrachtet ist das keine Frage: Für den 66-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung. Auch sein Vorgänger Ackermann behielt ja als Angeklagter im Mannesmann-Prozess den Vorstandsvorsitz. In Fitschens Fall ist bislang noch nicht einmal sicher, ob die Anklage zugelassen wird.

Die Vorwürfe gegen den Norddeutschen sind schwächer als jene gegen die übrigen Manager. Die Staatsanwaltschaft hält ihm vor, den Darstellungen seiner Kollegen nicht widersprochen zu haben. Allerdings ist unklar, wie weit Fitschen zum Zeitpunkt von Breuers umstrittener Aussage 2011 in die Causa Kirch eingeweiht war.

Auch moralisch gibt es angesichts der offenen Fragen keinen Grund, Fitschens Rücktritt zu fordern. Die Staatsanwaltschaft selbst bot ihm eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage an - ein Zeichen, dass sie sich ihrer Sache wohl selbst nicht ganz sicher ist.

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