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Lausitzer Rundschau: Was mehr wiegt Das Urteil im Plagiatsfall Schavan

Cottbus (ots) - Nach dem gestrigen Urteil sollte Annette Schavan jetzt den Hoeneß machen und hinnehmen, dass ihr Doktortitel verloren ist. Auch wenn die frühere Ministerin und enge Vertraute Angela Merkels glaubt, ihr sei ein großes akademisches und persönliches Unrecht widerfahren. Das Gericht ist zu einer anderen Auffassung gekommen. Für Triumph-Geheul der Plagiatsjäger gibt es allerdings keinen Grund. Der Fall Schavan hat nach wie vor einen schalen Beigeschmack. Denn anders als der Abschreibekönig Karl-Theodor zu Guttenberg, der seine Doktorarbeit munter aus dem Internet zusammenkopierte, liegen die Verfehlungen der 58-Jährigen nun mal 34 Jahre zurück. Lang ist's her. Und strittig bleibt auch innerhalb der Wissenschaft, inwieweit die damaligen Anforderungen an das akademische Arbeiten mit denen von heute gleichgesetzt werden können. Das Gericht ist gleichwohl zu dem Schluss gekommen, dass es diesbezüglich keine unterschiedliche Bewertung geben darf. Zweifellos hat Schavan ihre politischen Verdienste - als langjährige Bildungsministerin, aber auch als stellvertretende CDU-Vorsitzende. Das wiegt am Ende mehr als die Plagiatsaffäre. Deswegen soll sie jetzt mit dem Segen der Kanzlerin Botschafterin beim Vatikan werden. Eine schlechte Wahl ist Schavan für diese Position nicht. Denn sie steht durchaus für einen aufgeklärten Katholizismus, für eine modernere Kirche ganz im Sinne des neuen Papstes Franziskus. Eine solche Haltung und Einstellung kann für den Job der Botschafterin beim Heiligen Stuhl nur nützlich sein.

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