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Stuttgarter Zeitung: Ein Weltkonzern versagt
Kommentar zu Siemens/Bahn/ICE

Stuttgart (ots) - Pünktlich zu den Festtagen hat die Bahnaufsicht endlich den Einsatz der neuen ICE-Züge von Siemens genehmigt. Ein Grund zum Feiern ist das angesichts von zwei Jahren Verspätung trotzdem nicht. Als "Megapeinlichkeit" hat sogar der neue Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser unlängst die Technik- und Lieferprobleme seines Weltkonzerns bezeichnet. Die Münchner sehen sich sonst gerne als einer der führenden Anbieter bei Schienenfahrzeugen. Die Realität sieht oft anders aus.

Bei diesem wichtigen ICE-Auftrag der Deutschen Bahn hat der Siemens-Konzern versagt und damit nicht nur den eigenen Ruf, sondern auch das Markenzeichen "made in Germany" weiter beschädigt. Fairerweise muss man ergänzen, dass auch andere Zuglieferanten in den vergangenen Jahren durch Lieferverzögerungen und Qualitätsmängel ihre Kunden im Stich gelassen haben. Die Leidtragenden sind am Ende die Bahnfahrer, weil der Schienenverkehr durch fehlende und fehlerhafte Fahrzeuge, die ständig in die Werkstatt müssen, erheblich beeinträchtigt wird.

Die Liberalisierung des Beschaffungsmarktes und der seither verschärfte Wettbewerb in der Bahnindustrie zeigen hier ihre Schattenseiten. Man kann nur hoffen, dass künftig wieder mehr Wert auf Qualität, Liefertreue und Nachhaltigkeit gelegt wird - bei Siemens ebenso wie bei den Konkurrenten.

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