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Mitteldeutsche Zeitung: zu Vereinigung/Beschluss Volkskammer vor 25 Jahren

Halle (ots) - Es ist richtig und begrüßenswert, dass die Ostbeauftragte Iris Gleicke (SPD) den 23. August 1990 gleichsam als Tag der Würde ins Gedächtnis rufen und dort verankern will. Gleickes Botschaft lautet: Die Vereinigung war keine Annexion, sondern beruhte auf dem souveränen Akt eines Parlaments, das mehrheitlich auch hätte Nein sagen können. Abgesehen davon freilich, dass das Zeitfenster klein und der äußere Druck nicht zuletzt deshalb enorm war: An der berühmten Augenhöhe fehlte es letztlich doch. Für den Osten war die Vereinigung ein Bruch, im Guten wie im Schlechten; für den Westen war sie ein neuer Feiertag, kaum mehr. Vom just verstorbenen SPD-Politiker Egon Bahr stammt der Satz: "Die Westdeutschen guckten stets nach Westen. Und die Ostdeutschen guckten nach Westen. Ihre Blicke trafen sich nie." So ist es geblieben.

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