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Lausitzer Rundschau

Lausitzer Rundschau: Bundeswehrskandal in Afghanistan In der Sphäre der Gewalt

Cottbus (ots)

Ein Einzelfall? Ja, aber es gibt inzwischen viele
Einzelfälle. Die schockierenden Fotos aus Afghanistan sind nicht die 
erste bekannt gewordene Geschmacklosigkeit aus dem Innenleben der 
Bundeswehr. Erniedrigungsrituale, Nazilieder, sexuelle Übergriffe und
Foltervorwürfe - das alles zwingt die militärische wie die zivile 
Führung zum entschlossenen Eingreifen. Deutschland ist zu Recht stolz
auf den zivilen Charakter seiner Armee, auf den Bürger in Uniform 
genauso wie auf das Prinzip der inneren Führung. Damit wird auch die 
Wehrpflicht begründet. Und die Soldaten sind bei den 
Auslandseinsätzen zum weit überwiegenden Teil bisher tatsächlich so 
aufgetreten, wie es das Idealbild vorsieht: als Repräsentanten eines 
demokratischen Landes, die beim Wiederaufbau helfen. Doch die Bilder 
aus Kabul rufen in Erinnerung, dass das Militär grundsätzlich immer 
auch eine Sphäre der Gewalt ist und dass es für jeden einzelnen eine 
Gratwanderung bleibt, wenn mit den Mitteln der Gewalt Zivilität 
gesichert oder herbeigeführt werden muss. Es ist daher über den 
Einzelfall hinaus von entscheidender Bedeutung, die Soldaten, die da 
auf so schändliche Weise mit einem Totenkopf posierten, konsequent zu
bestrafen. Und es ist auch nötig, Schlussfolgerungen für die künftige
Vorbereitung auf Auslandseinsätze und die Auswahl der Soldaten zu 
ziehen. Jeglicher Korpsgeist wäre in dieser Sache völlig fehl am 
Platze.

Rückfragen bitte an:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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