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Lausitzer Rundschau: Der Berg wächst - Zum Vorschlag von Ministerin Schwesig für das Familiengeld

Cottbus (ots) - In Deutschland mangelt es nicht an familienpolitischen Leistungen. Rechnet man alle zusammen, kommt man auf rund 150 im Gesamtwert von 200 Milliarden Euro. Elterngeld, Kindergeld, Bafög, Freibeträge, um nur einige der bekannten Maßnahmen zu nennen. Statt - wie ursprünglich mal geplant - den Leistungsdschungel zu durchforsten und Unnützes auszusortieren, soll nun nach dem Willen von Familienministerin Schwesig noch eine teure Leistung dazukommen. Auf dass der Berg wächst. Richtig ist: Eltern sind gezwungen, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Meist bedeutet ein Ja zum Kind, dass ein Partner den Job einschränkt oder aufgibt. Es drohen finanzielle Nachteile oder eine berufliche Vollbremsung. Fast immer sind es die Frauen, die sich dann in den Familien um Kinder und Haushalt kümmern. Dem entgegenzuwirken, hat der Bund bereits Milliarden in den Kita-Ausbau gesteckt und auch das Elterngeld eingeführt. Zuletzt wurde es sogar um das "Elterngeldplus" ergänzt, sodass Vater und Mutter zusätzliche Leistungen erhalten, wenn sie sich die Betreuung teilen und trotzdem zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten. Schon vergessen? Offenkundig, wenn Schwesig nun auch noch eine Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld von 300 Euro pro Kind einführen will. Der Vorschlag ist gut gemeint, und er klingt nach einem tollen Angebot. Unter dem Strich entsteht aber nur ein zusätzliches, kompliziertes Regelwerk, unter dem vor allem die Wirtschaft stöhnen dürfte. Und mal ehrlich: Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern schon lange gute und praktikable Modelle an, wie sie Betreuung und Job unter einen Hut bringen können, ohne dass die finanziellen Einbußen sie quälen. Wer da nicht mitmacht, hat ohnehin ein Problem, Arbeitskräfte an sein Unternehmen zu binden. Schwesig hat den Wahlkampf um die Familien eröffnet. Darum geht es. Nicht nur, aber vor allem.

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