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Lausitzer Rundschau: Investitionszuschuss als Hilfe gegen Ärztemangel

Cottbus (ots) - Wer sich als Allgemeinmediziner, Augenarzt oder Orthopäde entschließt, eine eigene Praxis aufzumachen, kann es sich in großen Teilen der Bundesrepublik aussuchen, wo er hingehen will. In ländlichen Gebieten und Kleinstädten, besonders im Osten, suchen viele ältere Ärzte dringend einen Nachfolger, oder sind Praxen schon geschlossen. Denn den Medizinernachwuchs zieht es, wenn überhaupt in die Niederlassung, dann eher in die Städte mit besseren Verdienstmöglichkeiten und einem attraktiveren Lebensumfeld. Der Wettbewerb um niederlassungswillige Mediziner ist deshalb hart. Die Verlängerung der finanziellen Starthilfe für Niederlassungen in heute schon zweifelsfrei unterversorgten Gebieten in Brandenburg und Sachsen ist deshalb nur konsequent und vernünftig. Denn mit schöner Landschaft werben, das können viele Regionen. Die Lausitz ist dabei nicht unbedingt Favorit. Eine dauerhafte Lösung ist die Finanzstarthilfe allein aber nicht. Parallel dazu muss weiter um ein gerechteres Honorarsystem gerungen werden, dass den Altersdurchschnitt der Patienten und die deshalb nötige Behandlungsintensität besser berücksichtigt. Es müssen neue Ideen her, wie die Struktur der ambulanten Versorgung besser an die Bedürfnisse von Ärzten und Patienten angepasst werden kann. Ärztehäuser und medizinische Versorgungszentren sind ein guter Anfang. Und es ist längst überfällig, dass die Spitzen der Ärzteverbände und Politiker darüber diskutieren, ob die richtigen Studenten in den Hörsälen der medizinischen Fakultäten sitzen, ob der Abiturdurchschnitt wirklich wichtiger ist als die Motivation für die Studienwahl und die Vorstellung vom künftigen Arztjob. Veränderungen werden dabei jedoch nur langsam greifen. Die weitere Überalterung der Bevölkerung in der Lausitz und der dort praktizierenden Ärzteschaft dagegen geht zügig voran. Die Investitionszuschüsse für Praxisgründer an besonderen Brennpunkten sind deshalb bis auf Weiteres besser als nichts.

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