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Lausitzer Rundschau: Mixa und der Missbrauch Augsburger Bischof bietet Rücktritt an

Cottbus (ots) - Walter Mixa hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Dieser Schritt des Augsburger Bischofs war mehr als überfällig: Ohrfeigen für Heimkinder, ein mehr als fragwürdiger Umgang mit kirchlichen Finanzen, vor allem aber das schonungslose Belügen der Öffentlichkeit ließen Walter Mixa keine andere Wahl. Und es ist ein Hoffnungszeichen für die ganze katholische Kirche, dass sowohl der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, als auch der Münchener Erzbischof Reinhard Marx, als auch der apostolische Nuntius Jean-Claude Perisset dem Augsburger Bischof in den vergangenen Tagen sogar öffentlich den zeitweiligen Rückzug nahelegten. Was in der jüngeren Geschichte der katholischen Kirche in Deutschland ein einmaliger Vorgang war. Doch das eigentliche Problem, dass die katholische Kirche nicht nur in Deutschland in diesen Tagen hat, ist mit dem Rückzug Mixas nicht gelöst. Sicher, ein unfähiger Bischof hat den Hut genommen - aber den gleichen Nachdruck, den die Bischofskonferenz in der Sache Mixa machte, wäre der Kirche auch im Umgang mit den Tausenden Fällen des sexuellen Missbrauchs zu wünschen. Auch hier braucht es eine Nulltoleranz, die zu Strafanzeigen führt. Die Überarbeitung der Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz kann ein Schritt in die richtige Richtung sein. Die Beteiligung der katholischen Kirche am "Runden Tisch" der Bundesregierung, der heute unter Vorsitz der ehemaligen Bundesfamilienministerin Christine Bergmann zu seiner ersten Sitzung zusammenkommt, ist es auf jeden Fall. Mit seinem nachdrücklichen Auftreten im Fall des Walter Mixa hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in der Öffentlichkeit Respekt gewonnen. Zollitsch zeigte, dass es der katholischen Kirche nicht egal ist, was in ihren Reihen vor sich geht.

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