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Lausitzer Rundschau: Schritt für Schritt Neonazi-Verein "Heimattreue Deutsche Jugend" verboten

    Cottbus (ots) - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat es auf den Punkt gebracht: "Ein wirklich widerlicher Verein" sei die "Heimattreue Deutsche Jugend" (HDJ), die gestern bundesweit verboten wurde. Der Neonaziverein setzte mit seiner braunen Gehirnwäsche im Geiste des NS-Regimes schon im Kindesalter an. Bei scheinbar harmlosen Zeltlagern wurden Rassenwahn und die Verehrung von Nazigrößen an den minderjährigen Nachwuchs weitergegeben. Dieser Spuk ist jetzt Gott sei Dank vorbei. Es ist nicht das erste und wird auch nicht das letzte Verbot eines Neonazivereins in Deutschland sein. Denn es war kein Zufall, dass frühere Funktionäre der 1994 schon verbotenen "Wiking Jugend" bei der HDJ mitmischten. Auch jetzt werden die Drahtzieher der verbotenen Organistion nach neuen Betätigungsfeldern suchen. Vielleicht in einem anderen Verein, vielleicht bei der NPD. Personelle Verflechtungen der HDJ in die rechtsextremistische Partei hinein sind dem Verfassungsschutz bekannt. Wer glaubt, da könne man doch nun gleich auch die NPD verbieten, der irrt sich. Für eine politische Partei, egal wie widerlich sie ist, gelten andere rechtliche Hürden. Das HDJ-Verbot ist trotzdem ein wichtiger Erfolg der wehrhaften Demokratie. Denn es trifft die Szene an einer der empfindlichsten Stellen, bei der Nachwuchsrekrutierung. Neonazis bekämpft man erfolgreich nicht mit politischen Maximalforderungen, sondern mit rechtsstaatlichen Mitteln, konsequent Schritt für Schritt.

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