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Lausitzer Rundschau: Erneuter Streik bei der Bahn: Ein kesses Stück

    Cottbus (ots) - Wer geglaubt hat, zumindest der leidige Tarifkonflikt bei der Bahn sei ausgestanden, der ist gestern eines Schlechteren belehrt worden: Die Gewerkschaft der Lokomotivführer macht Ernst und will ab kommender Woche streiken. Ausnahmsweise hat Konzernchef Mehdorn mal Recht: Das Vorgehen der GDL ist kaum noch vermittelbar. Man darf gespannt sein, wie die Lokführer an den Gleisen den verärgerten Kunden ihr Verhalten erklären werden. Denn wegen der vertraglichen Ausgestaltung des Miteinanders der Tarifpartner das halbe Land stillzulegen, ist schon ein kesses Stück. Da liegt die Vermutung nahe, dass es in Wahrheit um eine Machtfrage zwischen GDL-Führung und den Konkurrenzgewerkschaften geht. Wie so oft in der Vergangenheit. Die Lohnsteigerungen für die Lokführer sind schließlich längst in trockenen Tüchern. Das Verhalten der GDL passt zum Trend: In Deutschland macht sich eine neue Streiklust breit, die für die Bürger zum großen Streikfrust werden könnte. Mehr noch: Der Tarifabschluss der Lokführer hat nicht nur die Erwartungen im öffentlichen Dienst und in anderen Branchen nach oben geschraubt. Die Taktik der Eisenbahner hat zugleich dazu angestachelt, schneller, drastischer und damit unverhältnismäßiger zu reagieren, wenn Arbeitgeber zunächst auf stur schalten. Das nutzt niemandem wirklich, sondern schadet dem Land. Eine Rückkehr zur Vernunft ist deshalb dringend geboten.

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