Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

Reform des "Systems Schule"
Kernabitur, freie Schulwahl, Transparenz und Wettbewerb für mehr Chancengerechtigkeit

Berlin (ots) - In seiner derzeitigen Form sorgt das deutsche Schulsystem nicht für ausreichend Chancengerechtigkeit. Bessere Bildungsangebote entstehen aber nicht durch mehr Geld, sondern einen schlaueren Einsatz der Mittel. Dazu braucht es einen fairen Wettbewerbsrahmen.

Ein wettbewerblich gestaltetes Schulsystem kann die Bildungsergebnisse von Kindern und Jugendlichen deutlich verbessern und gerechte Chancen für alle schaffen. Damit Schulen in der Lage sind, möglichst gute Bildungsangebote zu machen, bräuchten sie mehr Entscheidungsfreiheit. Aus den unterschiedlichen Angeboten könnten Familien dann die ihrer Meinung nach besten auswählen. Nötig wären daher bessere und transparentere Vergleichsmöglichkeiten. Wettbewerb unter den Bildungsanbietern ist der erfolgversprechendste Hebel zur Verbesserung der Bildungsleistungen, so das Ergebnis einer Studie des Bildungsexperten Prof. Dr. Ludger Wößmann (ifo Zentrum für Bildungsökonomik) für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Es gibt, so Wößmann, klare wissenschaftliche Belege, dass ein Schulsystem mit Wettbewerbsrahmen zu deutlich besseren Ergebnissen etwa im PISA-Test führt. "Es geht nicht darum, den Wettbewerb zwischen den Kindern zu erhöhen, sondern zwischen den Anbietern von Bildung, also den Schulen. Der Staat muss den Rahmen sicherstellen, damit zwischen den Schulen ein Wettbewerb zum Wohle der Kinder und Jugendlichen entsteht", so Wößmann. Schulautonomie, Wahlfreiheit und externe Prüfungen hätten demnach viel größere Auswirkungen auf das Niveau, als die immer wieder diskutierte Höhe der Gesamtausgaben oder die Größe der Schulklassen.

Wößmann schlägt als Elemente eines wettbewerblichen Schulsystems vor, dass...

   -       bundesweit vergleichbare Zwischen- und Abschlussprüfungen 
           durchgeführt werden. 
   -       die Selbständigkeit öffentlicher Schulen erhöht wird und 
           Eltern leichter zwischen unterschiedlichen Schulen wählen 
           können. 
   -       es mehr Wettbewerb durch Schulen in freier Trägerschaft 
           geben soll - diese müssten finanzielle Mittel in gleicher 
           Höhe erhalten, wie Schulen in staatlicher Trägerschaft. 
   -       die Gliederung des Schulsystems verringert wird. 
   -       die erzielten Ergebnisse der unterschiedlichen 
           Bildungskonzepte der Bundesländer transparenter und besser
           vergleichbar werden müssen, damit echter Wettbewerb um die
           beste Bildungspolitik entsteht. 

"Wettbewerb im Schulsystem funktioniert, wenn der Staat für gute Rahmenbedingungen zuständig ist und die Bildungsziele vorgibt", ergänzt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. "Der Staat überprüft, ob die Ziele erreicht werden, übernimmt die grundsätzliche Schulaufsicht und finanziert die Schulen. Er schafft einen rechtlichen Rahmen, der den Eltern - und Schülern - transparente Wahlmöglichkeiten gibt. Vom Wettbewerb um bessere Bildungsangebote profitieren alle. Gute Bildung für alle ist die beste Grundlage für Wohlstand für alle."

Der potentielle Gewinn durch ein wettbewerbliches Schulsystem wäre für die gesamte Gesellschaft erheblich. Würde sich die Schülerleistung um 25 Pisa-Punkte erhöhen - was laut Wößmann durchaus plausibel ist - könnte der langfristig zu erwartende Wohlstandsgewinn unserer Volkswirtschaft rund 14 Billionen Euro betragen. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung um über 7 Prozent.

Die vollständige Studie und die Positionen der INSM zu Bildung finden Sie auf www.insm.de.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.

Pressesprecher INSM:

Florian von Hennet, Tel. 030 27877-174; hennet@insm.de



Weitere Meldungen: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

Das könnte Sie auch interessieren: