Risiko Hochwasser: Versicherungs-Software "ZÜRS" lokalisiert / Gefahrengebiete bei Überschwemmungen

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    Berlin (ots) - Bewohner von stark hochwassergefährdeten Gebieten
konnten ihre Häuser wegen der hohen Eintrittswahrscheinlichkeit
bisher nur schwer oder gar nicht gegen Hochwasserschäden versichern.
Denn bislang hatten die Versicherer keine Möglichkeit, das
Überschwemmungsrisiko flächendeckend für Deutschland einzuschätzen.
Nun haben die deutschen Versicherer eine Software vorgelegt, mit der
die überschwemmungsgefährdeten Bereiche entlang der Flüsse für
verschiedene Überflutungsszenarien ermittelt werden können.
Entstanden ist das elektronische, wettbewerbsneutrale
"Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen" - kurz
ZÜRS genannt. Mit ZÜRS können einzelne Risikoadressen oder ganze
Adressdateien Gefährdungsklassen zugeordnet werden. Die Einteilung
der Gebiete erfolgt in drei Gefährdungsklassen (GK), wobei für die
Abgrenzung der Gebiete die Wiederkehrperiode der Überschwemmungen
maßgeblich ist:
    
    * GK 1: Überschwemmungen seltener als einmal alle 50 Jahre
    * GK 2: Überschwemmungen häufiger als einmal alle 50 Jahre aber
                 seltener als einmal alle 10 Jahre
    * GK 3: Überschwemmungen häufiger als einmal alle 10 Jahre
    
    Als Datenbasis für ZÜRS diente umfangreiches Material, das
gesichtet und erfasst werden musste:
    
    * über 10.000.000 versicherungstechnische Gebäudefachdaten
    * Daten von über 100 Ämtern der Wasserwirtschaftverwaltung
    * 400.000 km Fließgewässer
    * 356 000 km2 Einzugsgebietsflächen Donau/ Rhein/ Ems/ Weser/
        Elbe/ Oder/ Ost-Nordsee
    
    Im Rahmen der erweiterten Elementarschadenversicherung ist es seit
1994 grundsätzlich möglich, sich gegen Überschwemmungen zu
versichern, doch besonders gefährdete Gebiete blieben häufig außen
vor. Dank "ZÜRS" kann diese versicherungstechnische Lücke nun
geschlossen werden. Um ZÜRS auf dem aktuellsten Stand zu halten, wird
es regelmäßige Updates geben. Dabei müssen vor allem Veränderungen
der Überschwemmungsflächen (z.B. der Bau eines Deiches)
berücksichtigt werden. Aber auch fehlende Straßen und Hausnummern im
Straßennetz werden soweit wie möglich in das System eingepflegt.
    
ots Originaltext: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
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Herr Stephan Schweda - 030-2020-5181