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VDA-Geschäftsführer Dr. Kay Lindemann: "Die Industrie hat ein Interesse daran, sich zu öffnen - deshalb sind uns die Startups sehr wichtig!"

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Hannover (ots) - Beim New Mobility World Lab16 auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover stellen junge Startups ihre Innovationen für Mobilitätslösungen der Zukunft vor MANUSKRIPT MIT O-TÖNEN

Anmoderation:

Vernetzte, miteinander kommunizierende Lkw, Transporter, die mithilfe von Drohnen Waren ausliefern, autonom fahrende Busse, die selbstständig den Weg zur Haltestelle finden - wer in diesen Tagen die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover besucht, stellt fest: Die Nutzfahrzeugwelt befindet sich im Umbruch. Das kommende Jahrzehnt wird die Branche stärker verändern als die letzten 50 Jahre zuvor, darin sind sich die Experten einig. Und die Lösungen für die Mobilität der Zukunft kommen nicht nur aus den Entwicklungslaboren der großen Auto-Konzerne, sondern sind auch Kernanliegen unzähliger kreativer und agiler Jungunternehmen. Um die Innovationskraft von Startups aus der Mobilitätsbranche noch stärker in den Fokus zu rücken, hat der Verband der Automobilindustrie heute (27.09.16) zum "New Mobility World Lab16" eingeladen. Dort erhalten Startup-Unternehmen auf der IAA Nutzfahrzeuge erstmals die Chance, ihre Ideen für Verkehrs-, Mobilitäts- und Logistiklösungen vorzustellen und Kontakte zur Nutzfahrzeugindustrie herzustellen, so VDA-Geschäftsführer Dr. Kay Lindemann:

O-Ton Dr. Kay Lindemann

Uns sind die Startups einfach sehr wichtig. Man muss sehen, dass die Industrie ein Interesse daran hat, sich zu öffnen. Wir müssen es schaffen, unterschiedliche Kulturen zueinander zu bringen. Die etablierte Industriekultur mit ihren tollen Prozessen und auch mit ihren tollen Innovationen muss sich verbinden mit dieser Startup-Bewegung, mit dieser unkonventionellen Art der jungen Leute, die Dinge grundsätzlich in Frage zu stellen. Wenn es gelingt hier eine Kombination, eine Verbindung herzustellen, dann haben wir alle etwas gewonnen. Die Startup-Unternehmer, aber auch die etablierten Industrieunternehmen. (0:35)

Rund 25 Startups haben heute ihre Ideen und Geschäftsmodelle vorgestellt. Darunter auch "WearHealth" aus Bremen. Das Unternehmen hat ein System entwickelt, das mit Hilfe von so genannten Wearables - kleinen Minicomputern am Handgelenk oder am Brillengestell - ermittelt, wie fit und gesund der Fahrer aktuell unterwegs ist. Mitgründer und Geschäftsführer Michael Zolezer freut sich, seine Innovation auf dem Kongress der IAA Nutzfahrzeuge präsentieren zu können:

O-Ton Michael Zolezer

Das ist gut, dass man mal in Kontakt kommt und das wirklich diskutieren kann. Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders. Da wurden wir überhaupt nicht wahrgenommen und das würde ich für einen Fehler halten, wenn man das weiterhin so machen würde. Deshalb ist es jetzt genau richtig, diesen Dialog zu suchen und die großen Schiffe mit den kleinen Schnellbooten zusammenzubringen und eine beste Kombination daraus zu machen. (0:23)

Auch das deutsch-amerikanische Startup "gestigon" hat heute die Möglichkeit bekommen, sich den großen Herstellern vorzustellen. Das Unternehmen mit Sitzen in Lübeck und im Silicon Valley hat eine Software entwickelt, die Hand- und Körpergesten erkennt und in Computerbefehle übersetzt. So kann der Fahrer beispielsweise durch Wischbewegungen das Radio oder Navigationsgerät bedienen. Von der heutigen Veranstaltung verspricht sich Anna-Charlotte Fleischmann, Account Managerin Automotive von "gestigon", jede Menge neue und wichtige Kontakte:

O-Ton Anna-Charlotte Fleischmann

Für uns ist so etwas immer sehr wichtig, weil wir einerseits die Leute aus der Industrie kennenlernen können und uns mit anderen Startups, die wir natürlich kennen aus der Startup-Szene, auch mal wieder treffen können. Natürlich versprechen wir uns, dass das Telefon morgen bei mir heiß klingelt und ganz viele zukünftige potenzielle Kunden bei uns anrufen und sagen, sie möchten Upper-Body-Tracking am Fahrzeug haben oder eine Gestensteuerung. (0:20)

Keine Frage, die Megatrends der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge - Vernetzung, Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektromobilität - bieten jungen und innovativen Startups enorme Chancen. Für Startups und Großkonzerne könnten sich für die Zukunft spannende Win-Win-Situationen ergeben, sagt Prof. Dr. Thorsten Posselt, Institutsleiter des Fraunhofer-Zentrums für Internationales Management und Wissensökonomie:

O-Ton Prof. Dr. Thorsten Posselt

Man muss als Startup immer ganz genau schauen, wo begibt man sich rein. Noch vor zehn Jahren hätten wir uns gar nicht vorstellen können, dass in der Autoindustrie Raum für Startups ist, das ist heute ganz anders. Die Frage ist nur, in welchen Bereichen und an welchen Themen sich Startups gut platzieren können. Die spannende Frage ist: Wie funktionieren solche Ökosysteme über die lange Zeit und wie können auch die Konzerne davon profitieren? Ich glaube, die Konzerne experimentieren und lernen damit auch noch. Und gleichzeitig müssen die Startups natürlich gucken, wo sie in einer solchen Umgebung, mit ja durchaus wirtschaftlich schwergewichtigen Partnern, eigentlich bleiben. Und welche Art von Deal sie da machen können. (0:37)

Abmoderation

"Ideen sind unser Antrieb" - so lautet das Motto der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge. Auf der heutigen Veranstaltung "New Mobility World Lab16", die vom Verband der Automobilindustrie veranstaltet wurde, präsentierten rund 25 internationale Startups ihre Ideen und Innovationen rund um die Mobilität von morgen.

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