Deutsche Bahn AG

Deutsche Bahn fordert faire Wettbewerbsbedingungen auf der Schiene

    Frankfurt a.M. (ots) -          Gegenwärtig rund 15 Millionen Zugkilometer bundesweit     ausgeschrieben - gestalterische Freiräume für Unternehmen     unerlässlich - Bahn investiert 2002 - 2006 insgesamt fast 6,0 Mrd.     Euro in die Neubeschaffung von Schienenfahrzeugen im     Personenverkehr

  
    Die Tendenz zu Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr nimmt
weiter zu. Allein im vergangenen Jahr wurden insgesamt 10,2 Millionen
Zugkilometer auf diesem Wege vergeben. Zum jetzigen Zeitpunkt sind
ca. 15 Millionen Zugkilometer öffentlich ausgeschrieben - zahlreiche
Bundesländer haben weitere Ausschreibungen angekündigt. Die Deutsche
Bahn hat für alle gegenwärtig laufenden Ausschreibungen die
Verdingungsunterlagen angefordert und prüft die Möglichkeiten einer
Angebotsabgabe.
    
    Das Unternehmen teilt die Auffassung der Bestellerorganisationen,
dass Ausschreibungen und der damit verbundene Wettbewerb
grundsätzlich zu  qualitativ und preislich verbesserten Angeboten im
Schienenpersonennahverkehr führen können. Ein attraktives
Verkehrsangebot für die jeweilige Region ist das gemeinsame Ziel von
Aufgabenträgern und Deutsche Bahn. Unterschiedliche Meinungen gibt es
hingegen zur Aufgabenverteilung zwischen öffentlicher Hand und den
Eisenbahnverkehrsunternehmen.
    
    Denn: Bei einigen Ausschreibungen sind massive Tendenzen zur
Einschränkung der unternehmerischen Freiheit unverkennbar. Aus diesem
Grund fordert die Deutsche Bahn faire Wettbewerbsbedingungen.
    
    Dazu Dr. Christoph Franz, Vorstand Personenverkehr der Deutschen
Bahn: "Mehr und mehr wird im Rahmen von Ausschreibungen dazu
übergegangen, die geforderte Leistung bis ins kleinste Detail
vorzuschreiben. Das geht teilweise von der Fahrplangestaltung, über
das Marketing und den Einsatz der Fahrzeuge bis hin zur Farbe der
Uniformen. Die einzig variablen und von den Unternehmen wirklich
beeinflussbaren Größen sind dann zwangsläufig nur noch die Löhne und
Sozialleistungen für die Beschäftigten." Wettbewerb sollte aber
zwingend zu einer Qualitätssteigerung der Verkehrsleistungen und zur
Entlastung des Steuerzahlers führen. Daher sei es wichtig, dass im
Rahmen von Ausschreibungen auch Spielraum für die Kreativität und das
verkehrliche Know-how der jeweiligen Unternehmen bleibe. Den
Wettbewerb nur über die Lohntüten der Beschäftigten auszutragen, sei
der falsche Weg.
    
    Deshalb dürfe der zunehmende Wettbewerb nicht dazu führen, dass
Ei-senbahnunternehmen bei Ausschreibungen in die Rolle des reinen
Transporteurs gedrängt und unternehmerische Entscheidungen und
Risiken zur öffentlichen Hand zurückverlagert würden. Das sei nichts
anderes als eine schleichende Re-Verstaatlichung der Eisenbahn. Die
Deutsche Bahn ist davon überzeugt, dass dies nicht den Zielen der
Bahnreform entspricht. Mit der Bahnreform war es gerade Zielsetzung,
zwischen öffentlichem Auftraggeber als Besteller und der
unternehmerisch Chancen und Risiken tragenden Bahngesellschaft als
Ersteller eine klare Rollenverteilung zu definieren. Das
unternehmerische Risiko muss daher auch künftig eindeutig beim
jeweiligen Verkehrsunternehmen als Leistungserbringer und nicht beim
Besteller der Verkehrsleistungen liegen.
    
    "Nur dann wird sicher gestellt, dass die Unternehmen über den
Lohnsektor hinaus die Kosten tatsächlich beeinflussen können und der
Besteller unter grundsätzlich verschiedenen Angeboten auswählen kann.
Nur auf diese Weise führt der zunehmende Wettbewerbsdruck zu mehr
Angebotsqualität und gleichzeitig zur Entlastung der öffentlichen
Kassen", unterstreicht Ulrich Homburg, Vorstand Nahverkehr im
Unternehmensbereich Personenverkehr, die Position der DB in dieser
Frage.
    
    Signifikante Fahrgastzuwächse von bis zu 90 Prozent auf einzelnen
Strecken hat die Deutsche Bahn in der Vergangenheit immer dann
verzeichnet, wenn in Zusammenarbeit mit den Bestellern das Angebot
deutlich verbessert wurde. Dazu zählen der Einsatz neuer Fahrzeuge
und die Verdichtung des Taktes. "Die Details der Verkehrsgestaltung
und das unternehmerische Risiko lagen aber in der Regel auf unserer
Seite. Die Praxis zeigt daher, dass Verkehrszuwächse und finanzielle
Erfolge sehr wohl erzielt werden können, wenn die Unternehmen das
Risiko tragen", so Homburg.
    
    Um ihre Produktivität weiter zu steigern und das attraktive
Verkehrsangebot auszubauen, will die Deutsche Bahn nach aktuellen
Planungen in den nächsten fünf Jahren fast 6,0 Mrd. EURO in die
Neubeschaffung von Schienenfahrzeugen im Personenverkehr investieren,
darunter allein rund 4,0 Mrd. EURO in den Nahverkehr. "Um im
Nahverkehr investieren zu können, brauchen wir neben
unternehmerischen Freiheiten aber auch die notwendige
Investitionssicherheit in Form von langfristigen Verkehrsverträgen.
Daher sind wir gegenwärtig mit den Ländern über die künftige
Verkehrsgestaltung in intensiven Gesprächen", erläutert Dr. Christoph
Franz die Notwendigkeit des Abschlusses von Verkehrsverträgen.
    
    Mit 92 Prozent Marktanteil im Schienenpersonennahverkehr ist die
Deutsche Bahn eindeutig Marktführer in diesem Verkehrssegment.
"Unsere Position als Europas führendes und größtes
Nahverkehrsunternehmen werden wir auch in Zukunft verteidigen",
zeigen sich Franz und Homburg selbstbewusst.
    
ots Originaltext: Deutsche Bahn AG
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