Bundeszahnärztekammer

Bundeszahnärztekammer zum Sachverständigengutachten
Mit präventionsorientierter Zahnheilkunde auf dem richtigen Weg

Berlin (ots) - BZÄK-Präsident Weitkamp zum Gutachten des Sachverständigenrats: Steigerung der Effizienz nur über massiven Umbau des ganzen Systems erreichbar Die wirtschaftliche Bestandsaufnahme des Gesundheitssystems ist noch schlechter ausgefallen, als von Experten erwartet. Hauptkritikpunkte im Gutachten des Sachverständigenrats für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen "Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit" sind mangelnde Effizienz und Vorbeugung. "Mit dem von uns in den letzten Jahren eingeleiteten Kurswechsel in Richtung einer präventionsorientierten Zahnheilkunde ist die deutsche Zahnärzteschaft zumindest in diesem Bereich Vorreiter für ein neues - auch wirtschaftliches - Denken", glaubt der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp. Die Zeit für einen massiven Umbau des gesamten Systems aber dränge, besonders angesichts des zu erwartenden neuen Defizits der gesetzlichen Krankenkassen, das die Ministerin im ersten Halbjahr bei etwa 5 Milliarden Mark erwartet und das die Beiträge um 0,3 Prozent ansteigen lassen soll. Von Eile wollte die Ministerin bei der Präsentation des Gutachtens allerdings nichts wissen. Sie teilte die Auffassung der Gutachter, dass eine "Sofortreform aus einem Guss" nicht die Mängel aus langjährigen Fehlsteuerungen regulieren könne. Dem widerspricht Weitkamp für das Gebiet der Zahnheilkunde: "Das von uns entwickelte Konzept zu Grund- und Wahlleistungen ließe sich rasch umsetzen und könnte in unserem Bereich die gesetzliche Krankenversicherung entlasten helfen." Allerdings mache die Zahnmedizin im Gesamtsystem nur einen kleinen Anteil aus: Vom jährlichen Etat der GKV, der bei rund 280 Milliarden Mark liegt, fielen Kosten für die Zahnheilkunde mit ihren etwa 17,8 Milliarden Mark an Kassenleistungen relativ bescheiden aus. Weitkamp begrüßte die im Gutachten aufgestellte Forderung nach mehr ganzheitlichem Zusammenwirken. "Das bringt Synergien und steigert auf jeden Fall die Effizienz der Behandlungen. Die neueren Erkenntnisse, beispielsweise dass chronische Zahnbetterkrankungen auch für Herzerkrankungen verantwortlich sein können oder Diabetes Auswirkungen auf die Zahngesundheit hat, rufen ja geradezu nach einer interdisziplinären Zusammenarbeit ", ist Weitkamp überzeugt. Die Kritik der Überversorgung in der Zahnmedizin teilt Weitkamp nicht. Die dort angeführte Überversorgung zu Lasten der Kassen, etwa im Bereich der Zahn-Ästhetik, ist nach seiner Ansicht eine Interpretationsfrage. Das sei aber nicht auf eine falsche Beratung der Patienten zurück zu führen, sondern vielmehr ein Zeichen für die wachsende Bedeutung und Nachfrage auf diesem Sektor. "Gerade dieses Gebiet", so stellt Weitkamp klar, "ist schon heute der finanziellen Eigenverantwortung der Patienten überlassen. Der wachsende Bedarf ist eine Tendenz, die sich weltweit zeigt." Den Hinweis der Ministerin, Lösungen am Runden Tisch für das Gesundheitswesen finden zu wollen, wertet Weitkamp als politische Verschnaufpause. An der Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des Systems mit festen finanziellen Zuschüssen für das jeweilige Behandlungsfeld ändere das nichts. Weitkamp: "Wir halten auch weiter eine Aufteilung des Versicherungssystems in Grundversorgung und Wahlleistungen für die sinnvollste Lösung." ots Originaltext: Bundeszahnärztekammer Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: Frank Royer, Tel.: 030/ 40005-140 presse@bzaek.de Original-Content von: Bundeszahnärztekammer, übermittelt durch news aktuell

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