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Rheinische Post: In der Präsidentenfrage blamieren sich alle Kommentar Von Michael Bröcker

Düsseldorf (ots) - Die Posse um die Nachbesetzung des höchsten Amts im Staate nimmt skurrile Züge an. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat mit seinen Volten als Ein-Mann-Findungskommission den besten Sozialdemokraten für das Amt, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, desavouiert. Erst ließ Gabriel den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, fragen, dann traf er sich mit Schriftsteller Navid Kermani und ließ schließlich vorfühlen, ob die wegen einer Alkoholfahrt aus dem Amt gepurzelte Ex-Landesbischöfin Margot Käßmann Interesse hätte. Es hagelte Absagen. Amateurhaft. Und plötzlich tut Gabriel so, als sei für ihn Steinmeier immer die erste Wahl gewesen. Der wird sich bedanken. Und Kanzlerin Angela Merkel, die mit Horst Köhler und Christian Wulff eine unglückliche Präsidenten-Bilanz vorweist (Joachim Gauck musste ihr aufgezwungen werden), traut sich nicht, einen starken Mann aus den eigenen Reihen ins Rennen zu schicken. Dabei stünden ihr mit Wolfgang Schäuble (und vielleicht Norbert Lammert) Persönlichkeiten zur Verfügung, die auch in anderen Parteien Anhänger haben. Warum stellen Union und SPD nicht einfach ihre besten Kandidaten zur Abstimmung? Ohne Gekungel. Wettbewerb tut auch der Bundesversammlung gut. Möge der Bessere gewinnen.

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