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Rheinische Post: Kommentar: Scheinheilige Forderung aus Athen

Düsseldorf (ots) - Die Debatte um Griechenland verläuft in einer sich immer schneller drehenden Spirale. Die gestrige Forderung des griechischen Premiers nach einem dritten Hilfspaket und einer Umschuldung ist scheinheilig. Eben diese Perspektive hatten ihm die anderen Euro-Länder ja angeboten. In den Verhandlungen Ende vergangener Woche war es nicht nur um die aktuelle Finanzierung Griechenlands und eine Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms gegangen, sondern auch um die Perspektive danach. Alexis Tsipras aber schlug die weitreichenden Angebote aus. Die Forderung nach dem dritten Hilfspaket ist nun der verzweifelte Versuch eines Regierungschefs, in dessen Land das selbst verschuldete Chaos auszubrechen droht, wieder in die Offensive zu kommen. Die übrigen 18 Euro-Länder und die große Koalition in Berlin müssen die Nerven behalten und auf Kurs bleiben. An der Standhaftigkeit in der Griechen-Frage hängt der europäische Zusammenhalt. Weitreichende Finanzhilfen und eine Umschuldung kann Europa nur gewähren, wenn die Griechen ihr Staatswesen ordnen, ihre Steuern ordentlich eintreiben und endlich aufhören, über ihre Verhältnisse zu leben. Solidarität ist keine Einbahnstraße.

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