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Rheinische Post: Kommentar: Blatters Rücktritt ist ein Geständnis

Düsseldorf (ots) - Sepp Blatter kann die Welt doch überraschen. Am Wochenende hatte sich der 79-Jährige noch wie erwartet elegant über alle Korruptionsvorwürfe an den Fußball-Weltverband hinweggesetzt und im Amt des Fifa-Präsidenten bestätigen lassen. Gestern Abend trat er zurück. Das hat niemand erwartet. Der Rücktritt hat offenbar mit den jüngsten Enthüllungen der US-Ermittler im Fifa-Korruptionsskandal zu tun. Blatter hat feststellen müssen, dass die Vorwürfe das Herz des Verbands betreffen, für das er sich seit 17 Jahren als Präsident hält. Es ist überaus wahrscheinlich, dass Blatter von all den Vorgängen gewusst hat, die dem Verband vorgehalten werden. Ebenso wahrscheinlich ist, dass er an den "Unregelmäßigkeiten", wie es so schön in der Anklage heißt, beteiligt war. Sein Rücktritt ist ein Schuldgeständnis. Damit ist das Erdbeben, das die Fifa erfasst hat, noch lange nicht vorbei. Blatters Generalsekretär Jerome Valcke wird bereits schwer belastet, er könnte die nächste große Figur sein, die in diesem Skandal fallen wird. Dadurch wird der Weg zu einer grundsätzlichen Erneuerung des rundherum verdorbenen Verbands frei. Das große Aufräumen muss beginnen. Blatters Erben haben eine ehrenvolle Aufgabe.

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