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Rheinische Post: Schweizer Kapitulation vor der EZB

Düsseldorf (ots) - Als die Schweizer Notenbank 2011 den Franken an den Euro band, hat sie den Grundsatz guter Geldpolitik missachtet: Eine unabhängige Notenbank sichert den Wert der Währung, aber nicht die heimische Konjunktur. Die Schweizer jedoch wollten ihre Exporteure schützen. Das Versprechen haben sie teuer bezahlt: Immer mehr Euro und Staatsanleihen mussten sie kaufen, um den Mindestkurs zu halten. Bevor der Schrecken kein Ende nimmt, hat sich die Notenbank nun für ein Ende mit Schrecken entschieden - und überhastet die Reißleine gezogen. Das beschädigt zwar ihre Glaubwürdigkeit und die Schweizer Exportwirtschaft, doch am Ende blieb ihr keine Wahl. Die Schweizer Geldpolitik ist gescheitert, weil sie die Rechnung ohne die Europäische Zentralbank (EZB) gemacht hat. Die hat schon seit Jahren kein Interesse an einem starken Euro. Ein schwacher Euro wirkt schließlich wie ein Konjunkturprogramm und hilft, die Deflation zu bannen. Nächsten Donnerstag will die EZB mit dem Staatsanleihen-Ankauf zum neuen Schlag ausholen. Diese Abwertungsrunde hätte die Schweiz nicht mehr kontern können. Der lange Arm von EZB-Präsident Draghi reicht bis Zürich. Die Schweiz ist ohnmächtiger, als sie glaubte.

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