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Rheinische Post: Die Perspektive des Mauerfalls Kommentar Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Die Symbolik zum Mauerfall-Jubiläum ist geglückt. Ein Wochenende lang konnten die Menschen begreifen, wo das Schandmal die Millionen-Metropole brutal trennte, und wie gut sie es heute haben, im Sonnenschein der Weltgeschichte über den einstigen Todesstreifen schlendern zu können. Zu Recht nutzten Politiker und Aktivisten den 9. November dazu, auch an die neuen Mauern zu erinnern, die heute die Menschheit trennen: An den EU-Außengrenzen, in den Regionen von Willkür und Krieg. Die eindrucksvollen Bilder verstärken das neue Deutschland-Bild: locker, fröhlich und dankbar Gastgeber für Freunde. Die Mauer markierte Deutschland als mutmaßlich ersten Austragungsort eines apokalyptischen Weltkrieges. Heute gilt das Gegenteil, ist das Land Hort einer friedlichen Gesellschaft, während andernorts Menschen- und Völkerrecht nicht mehr gelten. Das bringt Verantwortung mit sich. Für Deutschlands Rolle in der Welt, aber auch für ein Nicht-Vergessen. In drei Jahren ist die Mauer länger Geschichte als sie stand. Zur 25-Jahr-Feier gab es allen Grund, unbekümmert die Vergangenheit zu feiern. Zum 28. Jahrestag des Mauerfalls wird es Zeit, das Erinnern zukunftsfest zu machen.

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