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Rheinische Post: Die Steuer-Protestanten Kommentar Von Georg Winters

Düsseldorf (ots) - Es ist verblüffend, welche Argumente Menschen nutzen, die den christlichen Kirchen den Rücken kehren wollen. Das Abzugsverfahren in Sachen Kirchensteuer kann man dafür nun wirklich nicht anführen - jedenfalls nicht, wenn es um die zu zahlende Steuer geht. Nur mal zum Nachdenken: Wer 2000 Euro Zinsertrag in einem Jahr erzielt, der zahlt darauf etwa 44 Euro Kirchensteuer, von denen er sich den zu viel gezahlten Teil über die Steuererklärung zurückholen kann. Deshalb auszutreten, wäre lachhaft. Wer das tut, muss sich fragen lassen, warum er überhaupt noch Mitglied war. Denn faktisch hat sich nichts verändert. Stattdessen müssen sich alle selbst an die Nase fassen. Kirchen und Banken, deren teils missratene Kommunikationspolitik in Sachen Gesetzesänderung so manchen Steuerbürger unnötig verunsichert hat. Und die austrittswilligen Christen, bei denen sich der Verdacht aufdrängt, dass ihnen ein verändertes Steuerrecht als Argument dient, ihren Frust über die eigene Kirche zu verdecken - ob berechtigt oder nicht. Gefragt ist quasi mehr Steuer-Ehrlichkeit.

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