Rheinische Post

Rheinische Post: Kommentar
Sotschi - Sport im Hochsicherheitstrakt = Von Godehard Uhlemann

Düsseldorf (ots) - Die Winterspiele im russischen Sotschi werden im Februar in einer Hochsicherheitszone stattfinden, wie in einem Gefängnis. Das widerspricht dem olympischen Gedanken. Der Veranstaltungsort wird nach den beiden islamistischen Anschlägen der letzten Tage weitgehend abgeschirmt werden. Zu groß ist die begründete Angst der Veranstalter vor einer konzertierten Anschlagswelle. Schutz muss daher sein, damit die Sportler nicht zur Zielscheibe für politische Extremisten werden. Es wird im Vorfeld des Großereignisses wohl zu weiterem Terror kommen - irgendwo in Russland, wo die Sicherheitskräfte nicht so präsent sind. Auf diese Weise können die Terroristen Aufmerksamkeit gewinnen, aber keine Sympathien. Sie werden ihre Sache auch nicht befeuern können. Der Kreml wird sich nicht erpressen lassen und politische Forderungen nicht erfüllen. Das Perverse ist: Es wird immer wieder Unschuldige treffen, die verletzt oder getötet werden. Russland sollte seine missglückte Kaukasus-Politik ändern. Das läge auch im Interesse des Kreml. Ihm muss an innerer Ruhe gelegen sein. Und die Rebellen? Autonomie oder gar Freiheit lässt sich nicht mit Terror gegen Unschuldige herbeibomben.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Rheinische Post

Das könnte Sie auch interessieren: